Dein Portfolio entscheidet, ob aus einem Klick ein Auftrag wird. Für Fotograf:innen, Videograf:innen, Designer:innen und andere Kreative ist die Website mehr als eine Visitenkarte: Sie ist Bühne, Bewerbungsmappe und Vertrauensbeweis. Wer hier überzeugend auftritt – visuell stark, technisch schnell und rechtlich sauber – gewinnt Kund:innen, ohne ständig pitchen zu müssen.
Was eine moderne Kreativ-Website leisten muss
- Klarer Fokus auf Arbeiten: Die Bild- und Videoqualität steht im Zentrum, ohne ablenkende Elemente.
- Schnelligkeit: Performance ist Pflicht – niemand wartet auf langsame Galerien.
- Guided Journey: Vom ersten Eindruck zur Anfrage in wenigen Klicks.
- Mobile First: Die meisten Besucher kommen über Smartphones.
- Rechtssicherheit: DSGVO, Lizenzen, Releases – sauber gelöst.
Portfolio-Struktur: kuratieren statt alles zeigen
Starke Arbeiten wirken stärker, wenn sie Raum haben. Kuratiere 6–12 Signature-Projekte, die deine Bandbreite zeigen, und ordne sie nach Themen (z. B. People, Editorial, Weddings, Commercial, Architecture). Jedes Projekt bekommt eine eigene Seite mit kurzer Story, 10–30 Bildern, optional Behind-the-Scenes und konkretem Outcome (z. B. Magazinveröffentlichung, Kampagnenleistung).
- Hook oben: 2–3 heroische Bilder oder ein leiser Loop-Clip.
- Projekttext: 5–7 Sätze: Auftrag, Konzept, Umsetzung, Kundennutzen.
- Kontakt am Ende: CTA „Projekt anfragen“ mit kurzem Formular.
Bildoptimierung & Farbmanagement
Bilder sollen glänzen – ohne deine Seite zu bremsen. Nutze ein sauberes Technik-Setup:
- Formate: AVIF/WEBP für sichtbare Qualität bei kleiner Dateigröße; Fallback auf JPG.
- Größen: Responsive
srcset(z. B. 480/960/1440/1920 px),sizespassend zum Layout. - Kompression: Visuell prüfen, Ziel: 150–350 KB pro Bild (Hero ggf. größer).
- Lazy Loading:
loading="lazy"für Galerien, LQIP/Blur-Up für smoothes Laden. - Farbprofil: sRGB einbetten; keine AdobeRGB-Dateien direkt veröffentlichen.
- Video: MP4/H.264 oder WebM; kurze Reels (5–15 s), Poster-Frame, stumm, Autoplay nur „muted“.
Designprinzipien für visuelle Arbeiten
- Typo minimal: Eine klare Sans für UI, eine charaktervolle Display-Schrift sparsam für Headlines.
- Negativraum: Große Abstände lassen Bilder atmen; 12–16 px Grid, 72–96 px Section-Padding.
- Dunkel auf dunkel? Achte auf Kontrast (WCAG AA), nutze subtile Off-Black- und Off-White-Töne.
- Navigation: Max. 5 Punkte: Arbeiten, Über mich, Leistungen/Preise, Journal, Kontakt.
- Micro-Interactions: Feine Hover-States, sanfte Parallax/Scroll-Transitions – nie auf Kosten der Performance.
„Über mich“: Persönlich, aber professionell
Auftraggeber buchen Menschen, nicht nur Bilder. Zeige Haltung und Arbeitsweise – ohne auszuufern.
- Portraitfoto in derselben Bildsprache wie das Portfolio.
- Arbeitsprozess in 3–5 Schritten (Briefing → Mood → Shooting → Auswahl → Übergabe).
- Referenzen & Logos (nur mit Freigabe), 2–3 kurze Zitate von Kund:innen.
Leistungen & Preiskommunikation
Transparenz baut Vertrauen auf. Nenne Paket-Beispiele oder eine „ab“-Preislogik und erkläre, was inkludiert ist.
- Pakete: z. B. Portrait Basic, Editorial Day, Wedding Reportage, Commercial Half/Full Day.
- Leistungsumfang: Vorgespräch, Vor-Ort-Zeit, Auswahlgalerie, Retusche-Umfang, Nutzungsrechte.
- Optionen: Express-Lieferung, zusätzliche Retuschen, Studio, Assistent:in, Location, Visa.
Kundenerlebnis: von der Anfrage zur Bildübergabe
- Formulare kurz halten: Name, E-Mail, Datum/Ort, Projektart, grobes Budget.
- Automatische Bestätigung: klare Antwortzeit, ggf. Link zum PDF mit Ablauf & FAQ.
- Auswahlgalerie: Passwortschutz, Favoriten-Funktion, Kommentar-Notizen.
- Lieferung: Getrennte Ordner: Web (sRGB, 2048 px) und Print (vollauflösend).
- Archiv-Policy: Wie lange bewahrst du Daten auf? Konditionen klar kommunizieren.
SEO für Kreative (ohne Keyword-Spam)
- Positionierung: „People & Editorial Fotografie in Wels/Linz/Salzkammergut“ statt „alles für alle“.
- On-Page: präzise Titel/Descriptions, sprechende URLs, strukturierte Daten (Organisation, LocalBusiness).
- Alt-Texte: beschreibend und nüchtern, keine Listen mit Keywords.
- Journal/Blog: Projekt-Recaps, Produktionsnotizen, Making-Of – echte Inhalte, nicht nur Bilderflut.
- Lokale Signale: Adresse/Impressum, Karte, konsistente NAP-Daten, Branchenverzeichnisse.
Performance & Core Web Vitals
- CDN & Caching: Statisches ausliefern, HTTP/2 oder HTTP/3 aktivieren.
- Schrift-Handling: Variable Fonts,
font-display: swap, nur benötigte Schnitte laden. - Script-Diät: Keine schweren Slider-Bibliotheken, wenn CSS reicht.
- Bildpipeline: Automatisierte Thumbs, On-the-fly-Resizing, moderne Formate.
Recht & DSGVO (knapp, aber wichtig)
- Model-/Property-Releases: Dokumentiert einholen und ablegen.
- Nutzungsrechte: Im Angebot definieren (Dauer, Medien, Region), Nachlizenzierung erklären.
- Datenschutz: SSL, schlanker Cookie-Banner, nur notwendige Drittanbieter einbinden.
- Urhebervermerk: Klären, wann Credit gewünscht/erforderlich ist.
E-Commerce & Buchungs-Features (optional)
- Prints & Presets: Kleiner Shop mit limitierten Editionen oder Downloads.
- Terminkalender: Anfrage-Slots für Portrait/Wedding-Vorgespräche.
- Workshops: Landingpages mit Agenda, Teilnehmerzahl, Zahlungsabwicklung.
Barrierefreiheit: gute Bilder für alle
- Kontraste & Lesbarkeit: AA-Niveau anstreben, echte Buttons statt Link-Spam.
- Tastaturbedienung: Fokus-States sichtbar, Galerien per Keyboard nutzbar.
- Alternativtexte: Relevante Bildbeschreibung, besonders bei Key Visuals.
Content-Workflow: damit du dranbleibst
- Template für Projektseiten: Wiederkehrende Struktur spart Zeit.
- Batching: Einmal pro Monat 2–3 neue Case Pages oder Journal-Beiträge.
- Re-Use: Aus einer Produktion: Case Page, 3 Social Posts, ein Reel, Newsletter-Teaser.
Fazit
Eine starke Website macht deine Arbeit sichtbar – schnell, sauber und mit klarer Führung zur Anfrage. Wer kuratiert, technisch optimiert und transparent kommuniziert, gewinnt bessere Anfragen und mehr passende Kund:innen. Baue deine Seite wie ein gutes Editorial: prägnante Story, perfekte Bilder, exzellentes Handwerk – und ein eindeutiger Call-to-Action.



