Handwerk überzeugt durch Ergebnisse. Wer saniert, fertigt, montiert oder repariert, kann seine Arbeit sichtbar machen – und genau das erwarten heute viele Kunden, bevor sie anrufen. In Wels und Linz informieren sich Interessenten zunehmend über Instagram, Facebook oder Google, vergleichen Referenzen und prüfen Bewertungen. Eine verlässliche Präsenz in sozialen Netzwerken ist damit kein Zusatz, sondern Teil der grundlegenden Sichtbarkeit in der Region.
Wofür Social Media im Handwerk tatsächlich gebraucht wird
Die Kanäle leisten drei Dinge: Sie zeigen Qualität, schaffen Vertrauen und erzeugen Anlässe zur Kontaktaufnahme. Fotos und Kurzvideos dokumentieren reale Projekte; Kommentare und Direktnachrichten verkürzen den Weg zum Auftrag; wiederkehrende Einblicke in den Arbeitsalltag halten den Betrieb im Gespräch. Für viele Betriebe entsteht so ein digitaler „Schaukasten“, der rund um die Uhr erreichbar ist.
Inhalte, die überzeugen – ohne großen Produktionsaufwand
- Vorher–Nachher: kurze Sequenzen vom Ausgangszustand bis zum fertigen Ergebnis. Authentisch, nahbar und eindeutig.
- Arbeitsabläufe: ein Blick in die Werkstatt, Materialwahl, Werkzeugtipps. Fachlichkeit wird sichtbar, ohne Fachjargon auszubreiten.
- Team und Ausbildung: Vorstellung von Mitarbeitenden und Lehrlingen, Einblicke in die Lehre, Gründe, warum der Betrieb ausbildet.
- Servicewissen: FAQs aus dem Alltag – Wartung, Pflege, realistische Zeitrahmen. Inhalte, die Rückfragen reduzieren.
- Kurzformate: Reels oder Stories mit 10–30 Sekunden Länge; lieber regelmäßig als aufwändig.
Plattformen und Formate
Instagram eignet sich für Bild- und Kurzvideoformate und erreicht private Auftraggeber gut. Facebook bleibt in vielen Gemeinden relevant, vor allem für Events, längere Beschreibungen und lokale Gruppen. YouTube Shorts kann einzelne Reichweiten-Spikes bringen, wenn Tutorials oder Timelapse-Videos präzise auf eine Fragestellung zugeschnitten sind. Entscheidend ist, ein bis zwei Hauptkanäle zu wählen und diese zuverlässig zu bespielen.
Rhythmus und Aufwand realistisch planen
Ein praktikabler Takt für kleine Teams: zwei Posts pro Woche, dazu drei bis vier Stories aus dem laufenden Betrieb. Der Rohstoff entsteht ohnehin auf der Baustelle – ein Handyfoto nach jedem Meilenstein, ein kurzes Statement zum Material, ein abschließender Raumrundgang. Wer den Ablauf fest verankert, senkt den Aufwand spürbar: Montag Redaktionsplan, Mittwoch Post 1, Freitag Post 2, Stories nach Verfügbarkeit.
Lokale Reichweite in Wels und Linz gezielt aufbauen
Sichtbarkeit entsteht dort, wo Menschen aus der Region Inhalte sehen. Hashtags und Ortsmarken helfen, wichtiger ist die Verknüpfung mit lokalen Themen: Straßennamen, Neubaugebiete, Gewerbeparks, Vereine, Saisonarbeiten. Empfehlungen und geteilte Beiträge von Kunden wirken stärker als jede Werbeanzeige. Kooperationen mit Nachbargewerken – etwa Maler, Tischler, Elektriker – erweitern die Zielgruppe und liefern neue Inhalte.
Bezahlte Werbung: klein anfangen, präzise aussteuern
Ein schlanker Einstieg: ein monatliches Budget im niedrigen dreistelligen Bereich, Zielgebiet 15–25 km um den Betriebssitz, Zielgruppenfilter nach Haushaltseigentum oder Interessen rund um Sanierung und Renovierung. Das Motiv zeigt ein greifbares Projekt, die Überschrift benennt Leistung und Ort, der Call-to-Action führt auf eine Kontaktseite mit Referenzen. Eine Anzeige pro Kernleistung reicht zu Beginn; Ergebnisse nach zwei Wochen prüfen und anpassen.
Employer Branding und Recruiting
Social Media erreicht nicht nur Kunden, sondern auch Bewerber. Kurze Clips aus der Lehre, Messerückblicke, Sicherheits- und Weiterbildungsthemen zeigen, wie gearbeitet wird. Wer Karriereseiten verlinkt und Bewerbungsschritte vereinfacht, beantwortet die erste Frage eines Interessenten bereits im Feed: Lohnt sich eine Bewerbung hier?
Messbar machen, was funktioniert
- Profilaufrufe und Website-Klicks: zeigen, ob Interesse in Handlung übergeht.
- Direktnachrichten und Anrufe: qualitative Signale; kurze Nachfragen zählen.
- Speicherungen und geteilte Beiträge: Hinweis auf nutzwertige Inhalte.
- Anfragen mit Quellenangabe: in Telefon und Formular eine Option „gefunden über“ hinzufügen.
Arbeitsablauf im Betrieb
Ein fester Verantwortlicher sammelt wöchentlich Material, eine einfache Checkliste sorgt für Routine: Projektstart dokumentieren, ein Meilenstein, Ergebnis, ein kurzes Zitat aus dem Team. Bilder werden in einem gemeinsamen Ordner mit Datum und Ort abgelegt, Captions folgen einem wiederkehrenden Bauplan: Problem, Lösung, Ergebnis, Ort, Kontakt. So bleibt der Ton sachlich und der Aufwand kalkulierbar.
Rechtliches und Sorgfalt
Bilder nur mit Einwilligung veröffentlichen, private Bereiche unkenntlich machen, Logos fremder Marken nur im Kontext der Arbeit zeigen. Bei Musik auf lizenzfreie Titel zurückgreifen, bei Baustellen auf Sicherheitsvorgaben achten. Wer diese Standards einmal festhält, vermeidet spätere Korrekturen.
Aus der Praxis
Ein Linzer Malerbetrieb dokumentierte eine Wohnhaus-Sanierung über vier Wochen mit kurzen Sequenzen. Der Projektabschluss-Post wurde lokal vielfach geteilt; innerhalb eines Monats folgten drei Anfragen für vergleichbare Objekte. In Wels veröffentlichte ein Tischler eine Reihe über Küchen in Sondermaßen: Jedes Video zeigte einen kompakten Schritt – Aufmaß, Kanten, Montage. Die Serie führte zu mehreren Beratungsterminen und half zugleich beim Recruiting eines Lehrlings.
Fazit
Für Handwerksbetriebe in Wels und Linz ist Social Media ein verlässliches Werkzeug, um Arbeit sichtbar zu machen, lokale Reichweite aufzubauen und neue Aufträge zu gewinnen. Wer regelmäßig dokumentiert, klar formuliert und nahe an tatsächlichen Projekten bleibt, erzielt Wirkung ohne große Inszenierung. Der Rest ist Organisation: ein fester Rhythmus, kurze Wege beim Material, eindeutige Kontaktmöglichkeiten.



